Verblondet

Ich bin doch nur blond.

Brötchen und die Teigmaschine

Ein schöner Morgen, ich fahre über die Landstraße und höre “Zweiraumwohnung” aus dem Radio zwitschern , während hinten im Kofferraum die warmen Brötchen und krustigen Croissants auf ihren Verzehr warten. Und dieser Verzehr ist ja nur das Ende einer langen Kette von Übel, sie wurden durch die Teigmaschiene gedrückt und durch die ätzende Lauge gezogen. Nun wimmern sie ihrem Abschied entgegen. Aber das bekümmert mich nicht im Geringsten. Fröhlich packe ich die Gangschaltung, die mich blöd von der Seite anmacht, weil sie klemmt. Die Tatsache, dass ich mitten auf der Kreutzung stehe und wild die Gänge suche und immer nur im Leerlauf einen Start hinlege, der dann keiner ist, kann mich heute nicht aus der Bahn werfen. Ich staune über meine Gelassenheit, denke eher an Ei auf gebackenem Roggenmehl als an einen möglichen Zusamenprall mit anderen Brötchenfängern. Und das Staunen ist der Anfang alles Philosophierens, also staune ich über diesen Morgen, der sich mir so bunt darbietet.
Und wenn Wirklichkeit wirklich nur ein Konstrukt des sie wahrnehmenden Subjektes ist, dann sage ich zu mir:
Das hast du gut gemacht, weiter so, ich bitte um ein paar mehr von diesen morgendlichen Wirklichkeiten.